Informationen zu Judo
Geschichte und Mentalität des Judos
Entwicklung in Deutschland
Was ist Judo
Prinzipien des Judo
Einteilung der Judotechniken
Das Go-kyo System
Aktuelle Gürtelprüfungsordnung
ab 1.8.2005
Budo Wörterbuch
Geschichte und Mentalität des Judos
Es war ein Deutscher,
der an der kaiserlichen Universität unterrichtende Geheimrat Bälz
aus Bietigheim, der seine Studenten, von deren schwächlichem, blassem
Aussehen er entsetzt war,zum Studium ihrer alten Kampfkünste ermunterte.
Einer seiner Studenten, der junge JIGORO KANO, beschränkte sich nicht
darauf, die Selbstverteidigungskunst (JuJutsu) einer Schule zu studieren,
sondern versuchte, bei mehreren Meistern zu lernen. Ihm fiel die unnötige
Härte - immer noch übte man für den Ernstfall auf dem Schlachtfeld
- und die relative Einseitigkeit der alten Schulen auf. Nach mehreren Jahren
intensiven Studiums, die ihn davon überzeugten, daß neben den
vorhandenen Werten für die körperliche Ausbildung, hier auch
der Weg zu einer allumfassenden Erziehung und Bildung gefunden sei, eröffnete
er 1882 eine kleine Schule (Dojo), den KODOKAN (Ort zum Studium des Weges).
Er unterrichtete nicht mehr die simple Kunstfertigkeit der einzelnen JuJutsu-Schulen,
sondern unterwies seiner ständig wachsenden Klasse in einem neukombinierten
Zweikampfsystem, das er, weil es unter anderem auf dem Prinzip des Nachgebens
basierte und der Charakter- und Persönlichkeitsbildung breiten Raum
gab, JUDO (sanfter Weg) nannte.
Die Überlegenheit des neuen Systems und die Persönlichkeit
JIGORO KANOS, der später als Leiter eines Lehrerseminars entscheidend
dazu beitrug, daß Judo als Fach in Schulen unterrichtet wurde, sind
beide verantwortlich für den schnellen Siegeszug des Judo in der ganzen
Welt.
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Entwicklung in Deutschland
In Deutschland waren es Erich Rahn, der 1905 die erste Judo-Schule in
Berlin eröffnete, und Alfred Rhode, Mitbegründer des ersten deutschen
Judo-Clubs in Frankfurt 1920, die ihr Leben dem Judo-Sport widmeten und
Hauptverdienst an der Verbreitung des Judos haben. Waren vor dem Zweiten
Weltkrieg auch einige japanische Lehrer in Deutschland, so war ihr Einfluß
doch dadurch sehr begrenzt, daß sie immer nur für einige Tage
im Jahr die lernbegierigen Deutschen versammeln konnten. Erst nach dem
Zweiten Weltkrieg, nach einer von den Alliierten verordneten kurzen Zwangspause,
nahm Judo als Sport einen ungeahnten Aufschwung. Hauptberufliche Lehrer
- HIRANO, SUZUKI, KUROKAWA, WATANABE, HAN HO SAN -, deren Arbeit dem Leistungssport
zugute kam, und die Eröffnung zahlreicher Judo-Schulen, die bisher
abseitsstehende Kreise mit dem Judo vertraut machten, ließen die
Zahl der deutschen Judoka bis 1969 auf über 90000 schnellen.
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Was ist Judo
Der kurze Blick auf die historische Entwicklung hat gezeigt, daß
die Wurzeln des Judo in der Selbstverteidigung, wie sie im Kampf auf Leben
und Tod gebraucht wird, zu suchen sind. Eine solche Selbstverteidigung
braucht natürlich keine Rücksicht auf den Mitmenschen zu nehmen.
im Gegenteil, gerade Aktionen, die dem Gegner größtmöglichen
Schaden zufügen und ihn sofort kampfunfähig machen, waren vom
Standpunkt des Kriegers aus ideal.
Es wurde schon betont, daß es keinerlei allgemeingültige
Technik gab, der Zufall bei der Wahl einer Schule oder eines Lehrers bestimmte
auch die Art der zu lernende Griffe.
Wenn heute jemand beschließt, Judo zu lernen, wird er in der
ganzen Welt mit dem gleichen, vielseitigen System des KODOKAN-Judo vertraut
gemacht. Nehmen auch einige Länder ein unabhängiges System für
sich in Anspruch(Korea, Rußland), so ist doch die Ählichkeit
zu dem auf jeden Fall zuerst existierenden KODOKAN-Judo frappierend. Der
Methodische Aufbau des Unterrichts und die Eliminierung aller gefährlichen
und nicht in jeder Phase zu kontrollierenden Griffe, Stöße und
Tritte unterscheiden das heutige Judo vom JuJutsu der alten Zeit. Die lebensnotwendige
Kampfkunst JuJutsu und der moderne Zweikampfsport Judo haben soviel gemeinsam
wie aus Baumwipfeln schießende Partisanen und Sportschützen
des olympischen Dreikampfes. Natürlich kann man sich auch mit Hilfe
des Judo in einer Notwehrsituation verteidigen, aber wer nur deswegen Judo
trainiert, vergeudet seine Zeit, eine Tränengaspistole dürfte
in den meisten Fällen effektvoller sein. Das alte JuJutsu lebt fort
in den nicht mit Sport zu verwechsenden Bemühungen von Polizei und
Spezialtruppen, auch im Kampf Mann gegen Mann überlegen zu sein.
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Prinzipien des Judo
Zwei Grundsätze verhindern, daß der Kampf auf der Judo-Matte
in einen simplen Kräftevergleich, bei dem einer der Gegner mehr oder
weniger schwer verletzt auf der "Strecke" bleibt, ausartet. Jede Technik,
hede Bewegung, hat dem Prinzip von der "größtmöglichen
Wirkung" zu gehorchen. Daß dieses, das sowohl auf die körperlichen
als auch auf die geistigen Kräfte anzuwenden ist, im Judo jederzeit
beachtet werden sollte, mag ein einfaches Beispiel erläutern: Steht
man einem körperlich stärkeren Gegner gegenüber, so widersetzt
man sich dem von ihm ausgehenden Druck nicht, sondern zieht ihn sogar noch
indie Richtung, indie er stößt. Des erwarteten Widerstandes
beraubt, wird der Gegner überrascht nach vorne stolpern und sein Gleichgewicht
zumindest teilweise verlieren. In dieser Position kann man nun die eigene
Kraft mit dem größtmöglichen Nutzeffekt einsetzen.
Aus diesem simplen Beispiel wird schon deutlich, daß an diesem
technischen Prinzip von der größtmöglichen Wirkung die
Gesetze des Nachgebens, des Gleichgewichtsbrechen und des rationellen Einsatzes
- nur so viel Kraft verwenden, wie gerade gebraucht wird - beteiligt sind.
Das zweite Prinzip hebt Judo über den Stand eines bloßen
Zweikampfsportes hinaus und läßt es zum Erziehungsystem werden.
Es ist das moralische Prinzip vom "gegenseitigen Helfen und Verstehen".
Jede Judo-Übung wird mit dem Partner und nicht gegen einen Gegner
durchgeführt; ohne Partner, ohne willige Freunde, für deren Fortschritt
man sich genauso verantwortlich fühlt wie für den eigenen, ist
Judo nicht möglich. Jedes Wissen, jeder erkannte Fehler beim Partner
muß breitwillig mitgeteilt werden. Lehren und Lernen, Unterordnungunter
einer erfahrenen Autorität und Führen einer suchenden Gruppe,
sind Tätigkeiten, die den Menschen, als soziales Wesen ansprechen
und ihn zum vollwertigen Mitglied einer freien Gesellschaft werden lassen.
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Einteilung der Judotechniken
Jede im Judo benutzte Technik kann man in folgendes System einordnen:
-
Wurftechniken (Nage-waza)
-
Handwürfe (Te-waza)
-
Hüftwürfe (Koshi-waza)
-
Fußwürfe (Ashi-waza)
-
Selbstfallwürfe (Sutemi-waza)
-
Bodentechniken (Ne-waza)
-
Haltegriffe (Osae-komi-waza)
-
Armhebel (Kansetzu-waza)
-
Würger (Shime-waza)
Außerdem sind alle Techniken im Go-Kyo-System
zusammengefaßt.
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